Pseudonyme

Pseudonyme waren für Bolo Werkzeug und künstlerischer Ausdruck zugleich. Es gab Zeiten, in denen er unter sechs Pseudonymen gleichzeitig schrieb, um die Behauptung Lügen zu strafen, wer lyrische Gedichte verfasse, dem könnten unmöglich auch noch kulturelle Aufsätze, Theaterrezensionen, Sportberichte, satirische Glossen und packende Erzählungen für die Jugend gelingen.

Darunter war zum Beispiel eines seiner frühen Pseudonyme „Bimbolo“, welches auf ein Musikstück der 20er-Jahre zurückzuführen war (O Bimbolo von George Hofmann 1922), das Bolo gemäss seiner Schwester äusserst gerne mochte. Da ein italienischer Clown namens Bimbolo ihm später aber die Benutzung dieses Namens verbot, entstanden daraus schliesslich „Martin Bim“ und „Bolo“. Letzterer sollte für immer sein Spitzname bleiben.

Es kam nicht selten vor, dass enttäuschte Leser Texte von ihm angriffen und ihm rieten, er solle sich an Artikeln von anderen ein Vorbild nehmen und aus ihnen lernen – Artikel, die nota bene ebenfalls aus seiner literarischen Küche stammten.

Bolo Deal With It

Der Versuch einer Pseudonymsliste ohne Anspruch auf Vollständigkeit sei hier gewagt. Die Quellen sind Handschriften oder Zeitungsartikel mit entsprechender Signatur.

  • Bimbolo (angelehnt an O Bimbolo von George Hofmann 1922)
  • Martin Bim (entstanden aus Bimbolo, Gedicht Dr goldig Sunntig oder D’Mäss 1934)
  • Bolo (entstanden aus Bimbolo, Haupt-Pseudonym und bleibender Spitzname)
  • Prokurator
  • Hans Conrad Zweyen (Gedicht “Einen Wein haben die dort …”, Prosastück „Flic“)
  • Severin (Gedicht “Us em alte Basel”, Wenn ’s Vieri schloht)
  • Jeremias Ofedirli (aus Basler Illustrierte Zeitung, “Ein Fasnächtler erinnert sich”)
  • Haiggi Larvelack (aus Basler Woche “Zur Fasnacht 1943”, 12. März 1943)
  • Martin Primavera (Gedicht Letzte Blätter … in Dr glai Nazi, Sketch „Kurzschluss“)
  • Martino Primavera (Prosastück „Die Jungfernfahrt der IDO I“)
  • Johnny K. Nockdown (Gedicht “Warum der Werner – warum nicht ich”)
  • Theophrastus Halsdiechli (Gedicht Dr erscht Versuech 1921)
  • Theophrastus Winggelbläch (Vorfasnachtsveranstaltung Unseri – die ainzig Fasnacht)
  • Pankraz (Kolumne “Nebenbei bemerkt”, “O Jerum, Jerum Jerum”, Prosastück „Dr Araber und sy Wunder“)
  • Hansedi Hobelspeen (Kurzgeschichte “Gehetzt! – Die Irrwege eines Suchenden”)
  • Jakob Stebler (Revue „Abwertung“ mit Musik von Erich Ziegler)
  • Georg Mandt (Sketch „Beschwerde L. geht den Instanzweg“)

PS: Auf dieser Seite sind sämtliche Werke, welche nicht mit „Bolo“ signiert (oder signaturlos) sind, mit entsprechendem Pseudonym vermerkt.