36 Grad im Schatte

Es isch die alti Lyr: Zerscht schimpfsch wie doll,
Will’s Wätter ganz nit summerlig wott sy,
Und alli Zyttgenosse pflichte by
(Ai Regglamierete in Dur und Moll) –
Doch präglet’s äntlig, und De hesch grad Ferie,
Hesch Bebbisprich barat in ganze Serie!
(Ebbe däwäg:)
Däm Wätter sait me zwor scho nimmi „warm“ –
Hooch-Eefe sind dergege Frigidair –
De waisch nimm, bisch e Wybli, bisch e Her –
Die Hellehitz bloggt aim ass gotterbarm –
Me schwitzt – me kennt sich stundelang uusringe
Und tagelang vor Durscht e Sarras schwinge!
(Oder däwäg:)
Sogar d’Frau Vondermerioth hett klagt,
Derwyl si grad fir armi Nägerkinder
Im Kongo Ammedyssli striggt: „Pfytschinder –
Y transpirier!“ Si rieft der Stubemagd,
D’Striggnoodle soll’s ere under em Wasserhahne
Verkiehle, denn sunscht käm si nienenane!
(Oder emänd däwäg:)
Si hett ihr Guets, die Hitz! Gar mänge Ma,
Hett amme gstehnt, er käm zem Hysli uus,
Nur will sy Fraueli, johry, johruus
En bloog: „Du liebi Zytt – was leeg y a?“
Bi däre Hitz verschloot’s ere der Schnabb –
Jetzt teent’s: „Du liebi Zytt – was ziehni ab?“
(E glaine Root:)
Wenn aber Aim trotz allem friere sott,
So soll er nur uff d’Styrverwaltig goh
Und vor e soone Schalter ane stoh –
Y mach e jedi Wett: Dä schwitzt bigott,
Wie nie – trotzdäm s’en abziehn bis uff’s Hemd
(Nur de Beamte dert syg’s Schwitze fremd…)

Martin Bim.


Veröffentlicht in der National-Zeitung Nr. 358, Mittwoch, 7.August 1946