Im Fimfjährige sy Rychtum

Mer sinn durch ’s Nachtigallewäldeli ko,
Wo ’s scho ygnachtet hett, und y bi froh,
Dass unsere Binggis no so waidlig lauft !
Y blaudere flyssig : „Urs, was hättsch Dr kauft,
Wenn De-n-e Frangge hättsch und ’s wär no uff
Im Lade ?“ – Glaitig gitt er Antwort druff :
„Weggli ! Und Angge ! U . . u . . und fir Fuffzig Schungge !“
Das isch nit schlächt ydailt, so will ’s mi dungge ;
„So ?“ sag y : „Wenn ’s no uff isch, muesch es ha !“

Es isch no wytt bis haim . My glaine Ma
Mues Unterhaltig ha bym Wyttergoh,
Sunscht kennt er mer emänd ins Joomere ko –
Er isch jo ’s erschtmool unterwägs bi Nacht.
Drum sag y : „Lueg emol die Stärnepracht !
Vyl dausig stehn am ganze Himmelszält !“

Uff aimol froggt er : „Babbi – wäm ghert d’ Wält ?“
– „He, im Liebgott !“ – „Die ganzi Wält ?“ – „He jo !“
– „Und d’ Baim ? Und ’s Briggli ? D’ Bänggli ? ’s Bächli doo ??“
– „He im Liebgott !“ – „Au imm ? Jä, und dr Himmel ?
Dä mächtig Himmel mit däm Stärnligwimmel ?“
– „Ghert au im Liebgott !“ ’s schynt en z’ dängge z’ mache –
Er syfzget : „Au – hett dä vyl scheeni Sache !“
– „Jä gäll !“ – Y waiss nit, fuxt ’s en jetz e glai,
Dass alles im Liebgott gher, imm elai –
Efaimol juchzt er in dä nächtlig Fride
( Und herbar isch die Frog fir ihn entschide ) :
„ Wenn är au alles Scheens hett, wo ’s nur gitt –
Aber . . . so scheeni Glugger hett er nitt,
Wien ych im Hosesagg do bymer ha !“
Jetz ha-n-en glaitig uff den Aggsle gha . . .

Bolo


1946, über seinen Sohn Urs.

Dieses Gedicht, das des öfteren mit Blasius› berühmten Gedicht Mym Bueb sy Hosesagg in Zusammenhang gebracht wird, wurde von Bolo selbst vorgelesen in der Reihe «Bolo liest eigene Gedichte» (1954).