Credo

Was lehrt e Basler Dambour zerscht,
Wo ebbis uff sich hett?
Und drummlets yfrig tausig Mool?
He: „D Müllere hett, si hett … “

Als Binggis han is als scho gruesst,
Und speeter als Kadett –
I brummles hitt no vor mi hi,
My „D Müllere hett, si hett … “

Und sithär hebt mi nyt meh fescht,
Kai Hochzytt, kai Bankett,
Wenn d Buebe s erscht Mool ruesse dien
Ihr „D. Müllere hett, si hett … “

Und bini usswärts, waissgottwo
In imposante Stett –
I dängg doch, wenns uff d Fasnacht goht,
An „D Müllere hett, si hett … “

Es lytt e bsundere Rhythmus drinn,
Drum find i au, me sett
Das Ding in d Schuele-Pänsum näh,
Das „D Müllere hett, si hett … “

(‚Sett‘ syg zwor ganz nit baseldytsch,
So hett mer aine gredt –
Das isch mer wurscht – s isch wägem Rym
Uff „D Müllere hett, si hett … „)

Und wär i zwäg ass gotterbarm,
Und läg i grangg im Bett –
I stiengti uff und luff em noh,
Mym „D Müllere hett, si hett … “

Was lehrt e Basler Damhour zerscht?
I mach die greeschti Wett,
Es isch no wie zue myner Zytt:
„Hopp: D Müllere hett, si hett … “


(Auch „Basler Credo“)

Ein Gedicht über einen an der Basler Fasnacht gebräuchlichen Trommelstreich namens „D Müllere hett sy hett“ (Anm. d. Red.: Vermutlich ein Neuner-Ruf gefolgt von einem Fünfer-Ruf).

Dieses Gedicht wurde 1954 als eines von insgesamt 12 vertont, vorgelesen durch Bolo selbst.

Das Gedicht kam 2005 nochmals unters Messer, als es von zwei Enkeln Bolos (Reto und Lukas Mäglin) mit einem darunterliegenden Drum-and-Bass-Track von Rony Size parodistisch re-sampled wurde. Das Lied war einerseits ein Geschenk an den Sohn von Bolo, Urs Maeglin, anlässlich seines 64. Geburtstags und gleichzeitig ein Experimentierprojekt mit ihrem ersten Audioschnittprogramm, was die übertriebene Fülle an zweifelhaften Audioeffekten erklärt.