S Kultur-Gfächtli Ziri / Basel

Screen Shot 2019 12 05 At 22.47.57Wenn Ziri ’s Wort «Kchultur» benutzt,
Tuet’s d’Basler fascht gar tschuudere!
Me waiss, mit was als «Zürri putzt »,
Waiss au, an was si muudere :

D’Zircher sinn psychisch arg difuus
Und gältigstribversässe ,
Drum haisst’s scho lang im Schwyzerhuus,
Si wellen alles frässe!

Wenn me si psychiatrisch nimmt,
Macht ihr Probleem aim loose –
’s fiehrt aim (au wenn nur d’Helfti stimmt)
Zur simple Diagnose:

Was d’Zircher hänn, das gänn si nit:
’s Orkeschter (Basel zuegsait),
Und was si wänn, das hänn si nit:
Kultur (in ainer Rueh gsait).

Wottsch das Traktandum rächt verstoh,
D’Minuskompläx, die dolle,
Muesch gschichtlig zimlig wyt zrugg-goh,
Denn hesch si uf der Rolle:

D’Pfohlbauer haige z’Ziri schoo
Lycht ’s gaischtig Fall und weh gha
Si wäre gärn uff Basel koo –
Nur hänn mir halt kei See gha …

Syt jehär sin n’s Pfadsuecher gsi
Uf de Kulture-Spuure,
Nur hänn si sälte gwisst, wohi –
Sooo wird ’s au wytter duure.

Die liebe Zircher hänn zwor als
D’«Kchultur» in Zentner gfrässe!
Und ’s Resultat? E Struma-Hals!
Si sotte nie vergässe:

Wenn Ain au frisst ass gotterbarm,
Goht’s Maischt nur dur en dure
Zrugg blybt nyt ass e blaajte Darm
Und ebbe ’s Nabelsurre!

Was isch bim Zircher kulturell
Bis hitt scho hange blibe?
Das isch gly gsait – und eventuell
Au zimlig gly beschribe:
Vorab hänn si e groosse See
(Nur stinggt er maischtens zimlig) –
Ihr‘ Staibruchsprooch macht Ohreweh
Und jede Basler drimmlig.
Si hänn (wenn dä no äxistiert )
E «Läse-Zirkchel Hottige»,
Was uns e glai zur Demuet fiehrt,
Denn mir hänn «kchain en sottige» …
Was hänn si suscht no??? Halt jä nai –
Ais blybt fir Ziri wichtig:
Ihr kulturell scheenscht Iberbai
Z’vergässe wär nit richtig:

In ihrem nätte Grossstadtnäscht
Mien si nit ganz versuure –
’s Kulturheggscht isch doch «’s Bööggefäscht»!
Doo kemme si uff d’Toure!
Doo isch’s ene kanibalisch wohl!!!
(Exgysi – miend nit flueche :
Das dät me z’Basel nit emool
Als Schyssdräggzigli bueche). –

D’Kultur, die hett men … oder nit!
Das stimmt nit erscht sit geschter,
Und wo’s si nur sporadisch gitt,
Do hilft au kai Orkeschter!
‚ s hilft au kai Gibbskopfklassiger
Uff Zircher Pianodeggel –
D’Altmaischter hänn’s gärn rassiger,
Sunscht wird ’s ene zem Eggel!

Drum wandle si in d’Basler-Kur,
Das wird si pfitzt entwiggle!
’s isch halt esoo mit dr Kultur
(Kai Zircher ka dra biggle):
Eich goht si ab – uns lauft si noo
Und braicht is au im Dunggle!
Ihr gsehnd’s am Gschängg vom Pisscaco
(’s wär zwor vyl driber z’munggle …) …
Das Gschrai, d’Kultur gieng Eich kaputt,
Macht jo-n -e Ross zem lache,
Denn doo brobiert myseel der Blutt,
Aagleggte Vorwirf z’mache!
Und kunnt d’Kultur Eich rar ins Huus,
Isch’s doodermit begrindet:
Si kunnt sich vor ass wiene Luus,
Wo kaini Hoor meh findet.

Trotzdäm kai Findschaft, Limmeth-Stärn:
Mir wänn’s no glych wie färn ha:
Mir wisse, d’Zircher hänn is gärn!
Sie kennen is au gärn ha.


Zeedel der Märtplatz-Clique, Fasnacht 1968.

Diese Text wurde von Peter Richner vorgelesen auf der Musik- und Gedichte-CD Fasnachtsfieber – Wenn d Frau Fasnacht schwäbt.