Churchill †

Winston Churchill 1941
Der britische Premier-Minister Winston Churchill posiert mit einem „Victory Salute“ am 27. Aug. 1941.

Jetz hett e groosse Mensch die Wält verloo!
E Mensch – es soo äin wird so geschwind nümm cho!
D’Wält wäiss es, spürt’s, und hebt der Otem a
Und wott an däre Truur ihr Aateil ha.

Und woo me hockt und loost, goht’s äim an d’Huutt:
Me hört d’Lüt drüber schwätze (sälte luutt),
Und’s äifachscht Wäse, wie der gscheitschti Chopf
Hett‘s Gfüehl, ass bi der Wält der Tod aachlopf…

Derby isch’s Geegetäil im Grund gnoo wohr:
Dä hett is glehrt, wie me die schwärschti Gfohr
Cha überstoh, wenn men an d’Menschhäit glaubt!
An’s Guet! Und’s Wohr! An d’Freihäit! Ueberhaupt:

Druffgängerisch, wie nur e Mensch cha sy
Und doch e Mensch sy… und e Seel derby —
Das isch in nünzig Johr sy Wäse blibe,
Und soo hett är — entschäidend! — Wältgschicht gschribe!

De kennsch gar mängge Brüehlchäib in der Wält,
Wo D’ wünschisch, dass em’s Tooteglöckli schällt,
Wo aber wytterwurschtlet, Tag und Nacht,
Dass d’Wält efang in allne Fuege chracht!

Syg nur getrooscht: Wenn däne ’s Stündli schloot,
Denn isch’s nitt vyl, was doo zem Teufel goht —
Bi däne blybt der Wält käi Otem stoh,
Und ohni die wird’s Läbe wyttergoh…

Du alte Ma — mit Nünzig und vyl Orde —
Bisch allne Junge zuemene Vorbild worde
Cha me vo öpperem öppis Schöners schrybe?
E Läitstärn bisch — und wirsch’s für d’Menschhäit blybe!


Ein bewusst in Binnigerdütsch („cho“, „Brüehlchäib“, etc.) verfasstes Gedicht, geschrieben am 24. Januar 1965, veröffentlicht im Binninger Anzeiger vom 12. Februar 1965.