Dr Nazi und dr Wiehnachtsbaum-Abschid

Dr Nazi Und Dr Wiehnachtsbaum Abschid

Dr Wiehnachtsbaum gseht wiene Ma us,
Wo d’Hoor verliert, e Glatze griegt:
Es falle langsam d’Nodle dra us –
Gsehsch, wiener mied in Ecke fliegt?
Es schynt em wie im alte Johr z’goh:
Alt isch er worde, spindledir;
Doch schynt das au im Läbe vor z’ko,
Drum ka dr Baum au nyt derfir.
Und het er au an Glanz verlore,
Es isch em wurscht (- das bitzli Schmuck
isch Tand! -) er wird im Ofe schmore
Mit eme letschte große Ruck;
Denn wird er Aesche .. wär waiß: Dünger!
Als dä wurd er in Bode gschafft
Und hulf – in anderer Form und jünger –
Ganz anderem ze neijer Kraft!
Drum macht’s em nyt, aß er mues falle,
Är waiß, isch au sy Zyt bischränkt,
Aß vo den andere Baim, vo alle
Dr Mensch an ihn am maischte dänkt!
Drum lyslet er im Anesinke
No gschwind, aß’s sunscht kain heere ka
Em Nazi zue (zu syner Linke):
„Was luegsch so truurig, glaine Ma?
Durt’s Di eso, aß d’Wiehnacht umme?
En andere Baum – mach keini Bflänz –
Stoht fir ’s näggscht Johr parat, Du Dumme –
Waisch Du, ob dä nid scheener glänz?
Bin ich as Wiehnachtsbaum vergänglig,
Dänk doch e bitzli driber noh:
So blybt doch d’Wiehnacht läbeslänglig
As allerscheenschtes Fescht bistoh!
Gäbt’s s‘ ganzi Läbe numme Fyrtig
Und nie kai Arbet, wurdsch du gly
Vor luter Nyt-Tue ganz unghyr dick
Und näbeby e … Dubel sy!“
Dr Nazi loost – und het’s begriffe
Und hett denn „Tschau“ gsait nohneme Rung,
Het sich vergniegt e Liedli pfiffe,
’s Schuelränzli packt und het im Sprung
Sy Käppli gschwunge, wil er dänkt het …
„Das wo dä Baum gsait het, isch wohr –
’s schynt, aß er der kai schlächti glängt het …
Das merksch Der wider fir e Johr!“


Veröffentlicht in Dr glai Nazi, vermutlich 20er Jahre.

Anm. der Redaktion:
Die Bezeichnung „Nazi“ stammt daher, dass die National-Zeitung in Basel im mündlichen Sprachgebrauch «Nazi-Zyttig» (mit kurzem A gesprochen) genannt wurde. Die Bezeichnung hat nichts mit Nazi im Sinn von Nationalsozialist zu tun.