Kanonenlied

Kanone Dich nicht leben,
Kanone Dich nicht sein,
Und nie Kanone Wonne
Ich sagen: Du bist mein!

Du kommst mir als Kanone vor,
Und flüsterst Du mir als ins Ohr:
„Komm Schatz“ – dann flüstr‘ ich auch:
Das ist der Kanoniere Brauch!

Oh wärst Du schon mein eigen
Und ’s könnte Hochzeit sein –
Möcht‘ Dir den Meister zeigen,
Du Hauskanönelein!

Und käm‘ ich mal kanonenvoll,
Dann musst Du denken ohne Groll:
Vorbei geht das ja auch –
Das ist der Kanoniere Brauch!

Und liebst Du einen Andern
Und werde ich geschasst,
Nur weil Dir dieses Andern
Lafette besser passt –

Dann nehm ich das Kanonenrohr
Und hau ihm’s links und rechts ums Ohr
Und auf den Kürbis auch –
Das ist der Kanoniere Brauch!


Eines von sieben Liedern aus:
Lieder aus dem Soldatenstück „Gilberte de Courgenay“, 1938.
Text: Rudolph Bolo Mäglin
Musik: Hans Haug

(Das Liederbuch bei swissbib)

Lieder aus dem Soldatenstück Gilberte de Courgenay - Kanonenlied

Hier eine Interpretation dieses Liedes aus dem Theaterstück „Gruss an Gilberte“ von 1989 (Regie: Jörg Schneider, mit Jörg Schneider, Paul Bühlmann, Sabina Schneebeli u.v.a.).