Gilberte-Lied

Wär in der Schwyz an Jura dänkt,

Dä dänkt an es Dörfli, häimelig und chly,
Jede Soldat het däm d’Liebi gschänkt –
Im Name scho lyt hälle Sunneschy.
Worum isch das Dorf der schönschti Juraplatz?
Worum het’s en jede Schwyzer gärn?
Es git in däm Dorf en ganz e bsundere Schatz,
En härzig-liebe Jurastärn:
C’est notre Gilberte de Courgenay,
Charmante et pleine de douceur –
Dans toute l’armee elle est la bien-aimée –
Gilberte, Gilberte de Courgenay!

Chäm äin vo Gämf oder vom Ceneri,
Chäm äine vo Basel, chäm äin vom Bodesee –
«Für en Soldat git’s käi Schöneri»,
So tönt’s vo Buchs bis in ’s Val d’Anniviers!
Was traumt ’s Rösslispiel, was traumet d’Füsilier,
All‘ Nacht drühunderttuusig Ma?
Vor wäm nimmt bimäid mit bsunderem Pläsier
Sogar de General na Stellig a? .

C’est notre Gilberte de Courgenay,
Charmante et pleine de douceur –
Dans toute l’armee elle est la bien-aimée –
Gilberte, Gilberte de Courgenay!

Aimal, da häisst’s: Adieu Courgenay!
D’Trumpete, die blaset, und dänn gaht’s häimeszue;
Uus isch de Dienscht, uus sind Freud und Weh,
Und d’Ajoie lytt da in stiller Rueh …
Denn wandret d’Gedanke an de Juraplatz,
Und seig äin au tuusig Stunde färn –
Dänn git’s e chly Häiweh nach dem liebe Schatz –
Dänn summt me für de Jurastärn:

C’est notre Gilberte de Courgenay,
Charmante et pleine de douceur –
Dans toute l’armee elle est la bien-aimée –
Gilberte, Gilberte de Courgenay!

«Wär wäiss – villicht hätten mänge Gfell
Und chunnt in de Jura nach vyle lange Jahr,
Staht mit sym Bueb uff der Caquerell‘
Und zäigt em ’s ganzi Ländli wunderbar:
«Lueg dört – Saint-Ursann‘. . . und dört hinde lyt Pruntrut,
Und zmitts lyt der schönschti Juraplatz!
Und dänk ych an dä, so jublet’s in mir lutt –
Wär blybt der ganze Schwyz ihr‘ Schatz:

C’est notre Gilberte de Courgenay,
Charmante et pleine de douceur –
Dans toute l’armee elle est la bien-aimée –
Gilberte, Gilberte de Courgenay!


Eines von sieben Liedern aus:
Lieder aus dem Soldatenstück „Gilberte de Courgenay“, 1938.
Text: Rudolph Bolo Mäglin
Musik: Hans Haug

Das echte Lied der Gilberte de Courgenay, das durch Hanns In der Gand bekannt gewordene Volkslied La petite Gilberte, durfte bei der Uraufführung des Theaterstücks „Gilberte de Courgenay“ von Bolo Maeglin nicht verwendet werden, da Hanns In der Gand es nicht freigegeben hatte. So kam es, dass Bolo und Hans Haug kurzerhand eine eigenes Gilberte-Lied kreierten, das ähnlich in Text und Melodie aber rechtlich unverfänglich war.
(Das Liederbuch bei swissbib)

Das Gilberte Lied - Lieder aus dem Soldatenstück Gilberte de Courgenay