Schryb denn gly

My Vatter isch e starke Ma,
En Uniform, die het er a,
Er isch e feine Solidat
Und hebt für d’Schwyz sy Gwehr parat;
In jede Brief schrybt d’Muetter dry:
«Schryb denn gly – schryb denn gly!»

My Muetter han ych furchbar gärn,
Und ych bi ihre Augestärn,
Und will si mängmol in der Nacht
Muess gryne, dass’s mi truurig macht,
Mach ych bim Brief als Krüzli dry:
«Schryb denn gly – schryb denn gly!»

Kunnt als e Brief vom Vatter a,
Druckt d’Muetter mi, so fescht si ka;
Im letschte het’s e Photi gha,
Dr Vatter het e Vollbart gha,
Und hinde stoht: «Wie gfall Der y?
«Schryb denn gly – schryb denn gly!»

Und d’Muetter, die het gschribe gha
Und glacht derby: «My liebe Ma –
Dä Bart schynt mir nit nötig z’sy –
Er macht Di alt, es blybt derby:
Wenn D’Suppe-n-issisch, hänksch en dry –
«Schryb denn gly – schryb denn gly!»

Für ’s Marteli vo näbedra,
Für das kunnt nie käi Brief meh a –
Sy Muetter träit e schwarzes Kläid –
Doch ’s Marteli, das wirft grad z’läid
No alli Dag e Briefli y:
«Schryb denn gly – schryb denn gly!»

Im Bettli bätt ych alli Nacht,
Dass bald der Liebgott Fride macht.
Und mängmol bätt y au no gschwind:
«Du liebe Gott hörsch jedes Kind –
Wenn wird der Vatter bynis sy?
«Schryb denn gly – schryb denn gly!»


Eines von sieben Liedern aus:
Lieder aus dem Soldatenstück „Gilberte de Courgenay“, 1938.
Text: Rudolph Bolo Mäglin
Musik: Hans Haug

(Das Liederbuch bei swissbib)

Lieder aus dem Soldatenstück Gilberte de Courgenay - Schryb denn gly

Hier eine Interpretation dieses Liedes aus dem Theaterstück „Gruss an Gilberte“ von 1989 (Regie: Jörg Schneider, mit Jörg Schneider, Paul Bühlmann, Sabina Schneebeli u.v.a.).