's Läbe isch kai Kinderspil
Pagg's drum fescht am Fägge.
An dr Fasnacht pfyff, ruess, danz
Wie der Lump am Stägge!
Dieses prägnante, lebensbejahende Gedicht Bolos wurde uns im September 2026 von jemandem zugespielt, der es rein zufällig in der Basler Zeitung vom 12. September 2026 gesehen hatte und dort - winzig klein - "BOLO MÄGLIN" hatte entziffern können. Die Redaktion dankt.

Nachtrag:
Nach anschliessendem Kontakt mit der Trauerfamilie konnten wir herausfinden, dass der Verstorbene Mitglied der Safran-Zunft in Basel («D' Saffre») war, welche über einen Zinnbecher von 1950 verfügt, auf welchem ebendieses Gedicht von Bolo eingraviert ist und welcher dem Dahingeschiedenen gemäss seiner Enkelin äusserst wichtig war:
Zudem erreichte uns nach Veröffentlichung des obigen Textes eine E-Mail des Sohnes des Verstorbenen mit einer interessanten Ergänzung:
Gerne ergänze ich, dass dieses grossartige Kurzgedicht nicht nur auf dem Becher meines Vaters, sondern auf allen sogenannten «Saffre-Bechern» graviert ist. Dieser Becher wird jährlich jeweils dem dienstältesten Oylmper im Spiel der Saffranzunft von deren Meister verliehen. Seit wann dies so ist, entzieht sich meiner Kenntnis.

Wir konnten über die Details der ominösen Becher-Vergabe indes noch etwas mehr in Erfahrung bringen. Die Olympia-Clique gibt es seit 1908. Zum, 25. Cliquenjubiläum 1933 sollen sie erstmals für die Safranzunft gespielt und zum Dank diesen Becher mit dem Bolo-Gedicht erhalten haben. Diese Dankes-Zeremonie wird einmal jährlich am Olympia.Bummel wiederholt, an welchem dein Saffre-Meister dem nach Jahren dienstältesten Olymper diesen Becher überreicht. Gibt es zwei Kandidaten mit gleichem Dienstalter, erhält zuerst der Trommller den Becher vor dem Pfeifer. Sollten beide dasselbe Instrument spielen, gewinnt, derjenige, der Safranm-zünftig ist. Was passiert, wenn beide es sind oder nicht sind, das konnte uns indes auch keine Safferer beantworten. Diese Dankeszeremonie soll so lange bestehen bleiben, wie die Olympia die Mehrheit im Zunftspiel stellt.
Eine weitere Kuriosität: Für die Olymper ist es der «Saffre-Becher», die Saffre-Zünftler hingegen nennen ihn «Olymper-Becher».
Die Frage, warum Bolos Gedicht auf ebendiesem Becher prangt, ist damit allerdings noch immer offen. Eine entsprechende Anfrage an die Chroniker der Saffere ist hängig, wir bleiben dran.
Das Gedicht ist ebenfalls erwähnt im Newsbeitrag Fundstück: Des einen Leid, des andern Freud.

