’s Wätter!

„Was soll me au ?“, so stehne d’ Lyt :
„Es wäxlet Dag fir Dag,
Und wie me ’s macht, so nutzt ’s aim nyt . . . „ —
Me heert ai ainzigi Klag :
„Leggt me-n-emol dr Mantel a,
So goht ’s bigoscht kai Stund,
Bis ass (– het si ächt Fraid do dra ? –)
Scho d’ Sunne fiire kunnt !
Losst me-n-emol dr Kittel ab
(Das schadet sunscht e kaim !),
So kunnt e Kelti, ’s gruust aim drab, —
Me schlaift e Schnubbe haim !“
So sait dr Ma, dr Bueb, dr Burscht,
Und wär ’s au sait, het rächt . . . .
Im Wättermacher isch das wurscht,
Er macht ’s bald guet, bald schlächt.

Und d’ Fraue, d’ Frailain, d’ Maitli sinn
Vom Wätter nit entziggt ,
’s stehnt jedes, wenn ’s im Trämmli inn
Aim kuum dr Kopf erbliggt :
„Kuum lege mer ’s dinn Reggli a
Und bsunders fyni Schueh,
Und hälli Strimpf, und gar vilicht
Dr Summerhuet derzue – – –
So rägnet ’s, was vom Himmel mag,
Me rennt, was hesch, was gisch —
Kuum anderscht agleggt, merksch, y sag
Ass ’s Pflättere-n-umme-n-isch !“
Ob Frau, ob Ma, ob Maitli, Burscht :
Kai Zwyfel — si hänn rächt . . . .
Im Wättermacher isch das wurscht,
Er macht ’s bald guet, bald schlächt.

Nur ebbe-n-emool, wenn ’s d’ Zytt erlaubt,
So lacht er vor sich hi :
„Was sone Menschli alles glaubt,
Fir was y a’ g’stellt bi !
Wenn y ’s noh jedem richte miesst,
Wo gege ’s Wätter muggt,
Und d’ Spezialwinsch gälte liesst,
Y glaub, y wurd verruggt !
Die solle schimpfe, wie si wänn —
Ych handle no Bifähl :
Räge fir die, wo ’s neetig hänn,
Den andere Sunnegääl !
Aha . . . er winkt !“ Schnäll längt dä Ma
No links am Apparat
Und zieht e nejie Hebel a
Und legt drey Blitz parat,
Und passt uff jedes Winggli uff,
Wo-n-em dr Herrgott git :
E Hebeldruck . . . ’s gehen Wulgge-n-uff —
Es git e Gwitter hit !


Publiziert in der Kinderbeilage Dr glai Nazi der National Zeitung, 27. Juni 1928.