Juli

Jetz gseht me fascht, wie langsam d› Fricht sich runde,
Syg ’s an de Baim, syg ’s au an Busch und Hag –
Jetz schafft d› Natur, was si nur schaffe mag –
Me gniesst si still und mied, die haisse Stunde,
Und stumm versinggt so mängi Menschhaitsklag.

Mängs, wo vilicht erscht kunnt, hett me verwunde –
Men isch druff grischtet, gfasst, was soll me tue?
Me goht ins Bett und macht der Lade zue,
Denn jede Mentsch hett naime zunderscht unde
Ai stilli Sähnsucht: Dasch der Wunsch noh Rueh.

D› Natur, die waggst, gebirt, fruchtbar blybt d› Ärde.
Waggs nit Salat nooch bym Kanonerohr?
Fascht wiene Blasphemie, so kunnt ’s aim vor –
Und doch: Es hilft Dir iber alli Bschwärde,
Wenn denn empfänglig bisch mit Aug und Ohr.

Und luegt dr Mentsch au d› Mentschhait ganz z› vernichte,
Und hagle d› Bomben in e Fäld voll Frucht,
Goht alles z› Grund an Mentschegältigssucht
Und wimmlet d› Wält vo Not und Eländsgschichte –
Am Änd git ’s fir dr Mentsch e gueti Flucht:
’s isch d› Flucht in Glauben uff e besseri Zytt –
’s isch d› Flucht zue aim, wo iber allem Strytt
Ys alli zämmen an en Uffgob kettet:
An Fride, wo in unsere Händ in lytt.

Bolo


Entstanden vermutlich während dem 2. Weltkrieg