Alt-Binnige

«'s Margretheglöggli» in Binningen

Oh Binnige, Du Heimet my,
Wie bisch du anderscht worde.
Me luegt und meint, es chönn nit sy
Und stuunt an alle Orte.

Du bisch kei Dorf mee, fascht e Stadt,
Es het vyl noobli Heere,
D' Stroosse sinn teert und spiegelglatt
Und 's Tram chunt au go cheere.

E bombesichere Unterstand,
Luftschutz, Alarmsirene.
Au sunscht no g'seht me allerhand
Und mängs Neus g'hört me teene.

Dr Bach isch zähmt, isch korrigiert,
Kei Fischli g'sehsch me schwimme
Und d' Fälder sinn au reguliert,
Die alte Wäg find'sch nimme.

Suech unser lndianerland
Bim tiefe Grabe hinde
Und d' Höhli hinterem Schybestand,
De wird 'sch si nimme finde.

Wo isch ächt 's Buechewäldeli
Und wo sinn d' Binniger-Räbe?
Wo mag au 's Bammerthüüsli sy,
Lueg nur, de suechsch 's vergäbe.

Au sunscht het no gar Mängerlei
Im Neue miesse wyche.
Wo mir als Buebe g'Fyrlet hei
Stehn d' Hüser vo de Ryche.

Doch sey 's wie 's well, ych blyb Dir guet,
I chönnt mit Dir nit chybe,
Was alles au no ändere tuet,
Du wird'sch my Heimet blybe.

Mys Binnige, my Läbe lang,
Um eis nur will Di bitte:
Loss einisch zue mym letschte Gang
's Margretheglöggli lyte.


Sonderdruck aus dem „Binninger Anzeiger“ vom 6. Mai 1955