D‘ Ballade vom Umstyg-Billié oder BVB – Basler Verseggligs-Brieder

Weschtplateau-Baseldytsch.

Es findet e Birschli
E zwölfjährig Hirschli,
E Tram-Umstyg-Billié, wo ganz isch;
Er luegt nitt lang umme,
Er isch jo kai Dumme
Und waiss uff ai Blick scho, was lands isch.
„Do ka me no fahre!“ –
Er dänkt ’s, hockt in Kare –
Jetz kunnt sone Billettör z’glunke,
Vo Huus uus scho hässig
( ’s gitt vyl so, ’s isch gspässig),
Dä findet, jetz kann er ain dunke!
Er hätt ohni Speese
Dä Fall kenne leese,
Er hätt däm Bueb nur bruuchte z’sage:
“ ’s isch Gsetz, glaine Ma:
Darfsch kai fremd Billié ha,
Dasch verbotte, drum hau’s ab em Wage!“

Was macht das gscheit Lueder? :
Do goht doch dä Brueder,
Zieht ’s Krüz y (phantastisch die Haltig!),
Stellt ’s Gsichtsgäälerüebli
Und haut’s mit däm Büebli
Im Schreegmarsch diräkt uff d’Verwaltig!

Dört (sott me doch aanäh!)
Wird Ain dä Typ draanäh
Und sage: „Si sinn jo e Tschumpel!
Si hänn doch Ihr‘ Stell
Nit fir soo Bagatell
Und Si schaffe doch z’letscht nitt im Rumpel?
Dä Bueb hett kai Ahnig
Vo Gsetzlibotanik
Und mir hänn kai Zytt fir so Klaischter!
Si kriege e Rüffel!
Jetz göhn Si, Si Büffel,
Sunscht zaige mir Ihne der Maischter!“

Doch laider dä Hänkel
Pfyfft niemeds in Sänkel –
Was jetz kunnt, das traut me kuum z’sage:
Me hoolt – hool’s der Gugger! –
E rassige Schugger
( ’s fählt nur no der Ueberfallwage)!

Was macht derno sälle?
Die Brächbüehl-Forälle
Verzinkt mit em Bueb au der Babbe!
Jetz wird die Gschicht bunt,
Denn e Vorladig kunnt
(und ’s goht – nit ganz! – um fascht 40 Rabbe!) –
Me wirft sich mit Glüschtli
Ins BVB-Brüschtli,
Macht Sünder und Babbe ko z’tanze
Zuem Juged-Anwalt,
Und die Klag bekunnt Gstalt,
Denn au dä stellt sy amtlige Ranze:

E Stund lang Verhör
Und en uuferlos Gschnör
(Denn wie g’öölt lauft die staatligi Klappe) –
Und alles das sott
Potzmillionebigott
Sälle Babbe vom Knopfli berappe!
Die dubligschti Haltig
Vo däre Verwaltig
Vom Trämli entzieht sich de maischte
(Es isch nit verlooge,
Er kennet go frooge) :
Der Bueb muess no Abbitt go laischte!

Moral:

So goht’s! : Wenn e Manntschaft
Bim Staat Hand in Hand schafft
E Trämler, e Schugger, dernäbe
Der Juged-Anwalt
(sälber z’grüen isch er halt!),
Ka der Styrzahler ebbis erläbe!

Zem Gligg isch nit jede
Beamten e bleede
Vor Ybildig stinkige Knoche –
Sunscht miesst me de gsamte
Verdammte Beamte
Zum „Umstyge“ ’s Hirni go loche!

Zu „Moral“ als ersten Vers:

Me hett friehner glyselet:
’s haig bim Tram „gyselet“,
Speeter „g’räbsöömlet“ dert äne!
Doch Umschwüng merksch kaini:
Jetz „miescherlet’s“ maini –
’s sinn Zueständ, e Ross lachti Träne!


Die folgenden Anmerkungen zum Gedicht lassen vermuten, das es sich hierbei womöglich um ein Werk für eine Fasnachts-Clique handelt.

WAGEN: Längsseite mit Trämler und Verhaftung:

1. (hinter rotem Pfeil) D’Intelligänz vo däre BÜÜLE
Goht bis uffe, ’s isch zem HÜÜLE!

2. „Babbe, hilf – dr Brächböölima schnappt mi!“

3. Iberal der glychi Klaischter:
Untergäbeni sinn wie d’Maischter –
Brächbiehl, Miescher, ’s isch doch glunge:
Fritz, was Otti – ghupft wie gsprunge!

4. „Dir wämmer jetz gyge:
Hopp, do yne-n-umstyge!“

5. „Mir Miescherbuebe lehre-n-euch Ehrligkait und Aastand,
ihr huereverdammtekaibe Stählsiechefötzel!“

6. „Heee, Vogu: Meh lifere-n-ass lafere!“

Rückseite des Wagens:

Einziger Spruch zwischen Helm und Fingern:

Ob Trämler – oder Schugger-Klobe:
’s isch Gaischt vom Chef – Triumph vo obe!

Längsseite II mit Jugendanwalt
Links im Winkel Spinnennetz mit Inschrift: Villa Jugend-Anwalt

1. „Wenn y mecht sage, was y mecht dänke,
Dät y au no do inne hänke!“

2. „Was haisst BVB? Wird’s bald gstande?“
„Her Dokter: Basler Verseggler-Bande!

3. „Dä Dubel nimmt so Klage-n-a –
Hett dä ächt no sy Glüschtli dra?“

4. „Ych miecht so Paragrapherytter z’gumpe
Wenn’s sy miesst, mit eme dicke buschige Lumpe!“